Zum 34. Mal fand am Sonntag, dem 22.09.2019 im Bürgerhaus die Vernissage Weissacher Kunstausstellungen statt, doch diese war eine besondere. Es war die Ausstellungseröffnung von Christel und Werner Drautz, zu der sich zahlreiche Gäste einfanden. Das hier beheimatete Ehepaar stellte selbst vor Ort aus. Bisweilen organisierten Christel und Werner Drautz als Ehrenamtliche des Kulturkreises Bildungszentrum Weissacher Tal alle Ausstellungen seit 1990. Sie waren federführend bei der Kreation und Umsetzung der Weissacher Skulpturenpfade und präsentierten Werke im Umland. Umso schöner, dass die Weissacher Eheleute nun im Täle ihre Kunst vorstellen!

Christel Drautz zeigt selbst geschaffene, fein ausgearbeitete Holzskulpturen, die sie aus dem Stamm fertigt, die Natürlichkeit des Holzes in ihre Motive miteinwirken lässt – etwa bei der Darstellung von Ball spielenden Kindern, Frauen und Weiblichkeit oder antiken Mythen. Werner Drautz ist passionierter Maler. Aquarelle aus dem Weissacher Tal, dem Rems-Murr-Kreis, Süddeutschland und von Reisen in den hohen Norden stellt er präzise mit Liebe zum Detail da. Besonders bemerkenswert der Einsatz von topographischen Karten als Hintergrund, in denen Linien der Karten zu Konturen seiner Aquarelle verschmelzen. Drucklithographien ergänzen das breite Spektrum der Ausstellung. Sie zeigen wie Formen und Farben miteinander vereint Kunst schaffen. Deutlich stand die Ästhetik der Kunst im Mittelpunkt, wie auch Ernst Hövelborn in seiner Ansprache mit Verweis auf Friedrich Nietzsche betonte.

Kunst, die sich verhältnismäßig unpolitisch zeigt, ist in diesen Tagen selten aber faszinierend. Zahlreiche Gäste aus dem Weissacher Tal, aus Politik und Kunst waren dabei und konnten das Werk der Eheleute Drautz mit sichtlichem Wohlgefallen bestaunen und den Vormittag im Bürgerhaus begleitet von Miklos Vajnas Pianoeinlagen genießen. Bürgermeister Ian Schölzel, der die Begrüßungsrede hielt, brachte den Kern der Ausstellung mit einem Picasso-Zitat treffend zum Ausdruck: „Der Zweck der Kunst ist es, den Staub des Alltags von unseren Seelen zu waschen.“